BLOG: Entscheidungen treffen kann man lernen!

Entscheide DU!

Ein warmer Sommermorgen, ich sitze gemütlich mit einer Tasse Kaffee auf der Terrasse und blättere durch die Zeitung. Herrlich! Auf der Straße ist es außergewöhnlich ruhig, ich kann mich entspannt auf die News in der Zeitung konzentrieren. Doch meine Neugierde siegt, ich blicke immer wieder zur Straße – denn seit Tagen beobachte ich immer zur gleichen Zeit ein und dieselbe Szene. Und tatsächlich, auch heute wiederholt sich das interessante Schauspiel.

 

Entscheidungen anderen überlassen

Eine Mutter kommt mit ihrer kleinen Tochter an der Hand an die T-Kreuzung, die ca. 50 Meter von meinem Frühstücks-Beobachtungsposten entfernt und gut einsehbar ist. Die Mutter bleibt an der Kreuzung stehen und fragt das Mädchen: „Welchen Weg möchtest du heute gehen, um zum Kindergarten zu kommen? Links oder rechts?“ Die Kleine überlegt, zögert ein wenig, blickt erst besonnen nach links, dann nach rechts. Ihre Mutter wartet geduldig. Dann entscheidet sich das Mädchen, den Weg nach rechts zu nehmen und schreitet munter an der Hand ihrer Mama in Richtung Kindergarten.

Entscheidungen abnehmen

Faszinierend, finde ich. Auch wenn ganz klar ist, wo der Weg entlang führt, lässt die Frau ihr kleines Kind immer wieder selbst entscheiden. Wie schön, denke ich, genieße das tolle Wetter und vertiefe mich wieder in die Zeitung. Keine fünf Minuten später dröhnt lautes Gebrüll die Straße entlang. Wieder eine Mama, die mit ihrem kleinen Sohn über die Kreuzung muss. „Leooooon, stoooooopp!“, ruft die sichtlich gestresste junge Frau, als der Junge mit seinem Dreirad auf die Kreuzung zurollt. Kaum hat Leon angehalten, kommt die prompte Anweisung: „Rechts rum, langsam, vorsichtig!“ Leon folgt, aber was hat er dabei gelernt? Ihm wird alles abgenommen!

Entscheidungen treffen kann man lernen

Ich atme tief durch, nehme den letzten Schluck Kaffee und beschließe, meine Gedanken zu diesen Beobachtungen einfach mal aufzuschreiben. Denn mit mir macht das etwas! Was, wenn ich diesen beiden Kindern in 15 Jahren begegne? Wie werden Sie sich entwickelt haben? Werden Sie sich voneinander unterscheiden in ihrer sozialen Kompetenz? Wie leicht oder schwer wird es ihnen fallen, Entscheidungen zu treffen?


Ich kann mir vorstellen, dass es dem kleinen Mädchen, das von Kindesbeinen an lernen durfte, selbst zu entscheiden, auch mit 20 Jahren ganz selbstverständlich Entscheidungen trifft. Möglicherweise kann sie sich als junge Erwachsene auch klar äußern, was sie möchte und braucht. Und vielleicht schafft sie es auch besonders gut, von anderen Menschen, z.B. Eltern, Lehrern, Ausbildern etc., Anregungen, Aufträge oder einfach generell Gesagtes gut anzunehmen. Wie es hingegen Leon wohl ergehen wird? Kann er sich durchsetzen? Gelingt es ihm, selbständig die Weichen in seinem Leben zu stellen?

Kopf oder Zahl – Entscheidungen dem Zufall überlassen?

Wer wichtige Entscheidungen dem Zufall – oder anderen - überlässt, hat sein Leben nicht in der Hand. Dabei müssen wir ständig entscheiden, tagtäglich treffen wir etwa 20.000 Entscheidungen. Natürlich nicht alle bewusst, das fängt schon beim Aufstehen an. Schalte ich noch schnell auf die Schlummertaste beim Wecker oder raffe ich mich sofort aus dem Bett? Welches Shampoo unter der Dusche, Marmelade oder Deftiges zum Frühstück? Was ziehe ich an? Viele Entscheidungen treffen wir spontan, aus dem Bauch heraus. Doch bei Entscheidungen mit einer größeren Tragweite mischt immer auch der Kopf mit, wie Berufswahl, Jobwechsel, die Frage, ob man eine Familie gründen möchte und die Entscheidung, mit wem, also die Partnerwahl.

Entscheidungen trainieren hilft in Notsituationen

Wer schon von Kindesbeinen an lernt, selbst Entscheidungen zu treffen, wie etwa das kleine Mädchen, das selbstbestimmt zum Kindergarten geht, tut sich im Leben mit dem Entscheiden leichter. Und auch mit Fehlentscheidungen umgehen will gelernt sein. Kann man lernen, richtige – wichtige - Entscheidungen zu treffen? Ja, das ist möglich und in manchen Situationen sogar lebensnotwendig bzw. –rettend. Wer etwa im Bereich Rettungsdienst arbeitet, wird regelmäßig geschult, um im Notfall die richtige Entscheidung zu treffen. Denn zum Beispiel bei einem Unfall mit mehreren Verletzten darf nicht der Bauch entscheiden, sondern die dem Gehirn antrainierte Routine. Nicht unbedingt derjenige, der am lautesten brüllt, braucht sofort Hilfe. Eher der, der gar nicht mehr brüllen kann, denn der schwebt möglicherweise in Lebensgefahr. Solche Entscheidungen lassen sich trainieren, indem sie immer wieder geübt werden. Bis sie automatisiert ablaufen.

Bauchgefühl – wo werden Entscheidungen getroffen?

Doch was, wenn sich der „Bauch“ einschaltet und das Gefühl überhand nimmt? Auf den Bauch allein ist kein Verlass. Und dennoch lassen wir uns oft von unseren Gefühlen leiten, von unterbewussten Vorurteilen und Ängsten. Forscher haben herausgefunden, dass wir dazu neigen, die uns vertraute Alternative zu wählen, selbst dann, wenn wir überzeugt davon sind, souverän zu entscheiden. Wieso ist das so? Offenbar schüttet der Körper Glücksgefühle aus, wenn wir etwas wieder erkennen – das Vertraute lockt, selbst wenn rational alles dagegen spricht. Also nicht dazu verleiten lassen, den vermeintlich einfachen, da bekannten Weg zu gehen.


Mein Tipp: Treffen Sie niemals wichtige Entscheidungen aus der Euphorie heraus oder unter Stress!


Am besten lassen Sie Gefühle und Verstand miteinander kooperieren! Denn eine gesunde Mischung aus Bauch und Kopf sollte meiner Meinung nach bei Entscheidungen immer dabei sein.

Ängste bewältigen – Blockaden abbauen

Die Balance zwischen Kopf und Bauch zu halten, kann man lernen. Denn wichtige, lebensverändernde Entscheidungen mit geschultem Weitblick einzuschätzen, ist in manchen Lebensphasen von großer Bedeutung. Genau davor, nämlich vor den möglichen Konsequenzen einer Entscheidung, haben manche Menschen enorme Angst. Und tun dann lieber nichts. Mit einem gezielten Coaching kann ich dabei helfen, Blockaden zu lösen, die Sie davon abhalten, selbst zu entscheiden. Ich unterstütze Sie dabei zu lernen, gerne Entscheidungen zu treffen.

Wie gehe ich mit Fehlentscheidungen um?

Manchmal liegt man mit einer auch mal Entscheidung daneben – das gehört einfach dazu. Bloß nicht zulange der falschen Entscheidung nachhängen und diese ein Leben lang bereuen! Denn Studien belegen, dass Reue Lebenszeit und –energie verschwendet. Das löst negative Gefühle aus, die wiederum sogar das Immunsystem schwächen können. Besser ist es also, zu lernen, wie man mit einer einmal getroffenen Fehlentscheidung am besten umgeht. Meistens gibt es eine rationale Erklärung. Also nicht zu sehr zu Herzen nehmen, wenn Sie mit einer Entscheidung mal daneben gegriffen haben! Und überhaupt: Besonders anstrengend für die Psyche ist das Gefühl, eine Chance verpasst zu haben. Denn keine Entscheidung bereuen wir mehr als die, gar nichts getan zu haben! Manche Psychologen behaupten sogar, es gäbe gar keine Fehlentscheidungen. Daran halte ich mich. Wofür wir uns auch entscheiden, mit den Konsequenzen müssen wir umgehen lernen. Ich habe mich dafür entschieden, diesen Blog regelmäßig zu befüllen – entgegen aller Vernunft, was mein Zeitkonto betrifft, aber mit dem Herzen, denn ich möchte so viele meiner Gedanken und Beobachtungen mitteilen.

 

Schauen Sie wieder einmal herein,

 

Ihre
Verena Fleischmann


Bildnachweis: Nicole Kraß


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Kommentare: 4
  • #1

    Marsha Maffei (Freitag, 03 Februar 2017 23:42)


    What's up colleagues, nice post and fastidious urging commented at this place, I am really enjoying by these.

  • #2

    Hsiu Mckinney (Sonntag, 05 Februar 2017 17:16)


    It's wonderful that you are getting ideas from this paragraph as well as from our dialogue made here.

  • #3

    Chae Baird (Montag, 06 Februar 2017 06:02)


    Hi there, yes this paragraph is genuinely pleasant and I have learned lot of things from it concerning blogging. thanks.

  • #4

    Hyo Severino (Dienstag, 07 Februar 2017 05:45)


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